Fehler, die man mit seinem WordPress Blog vermeiden sollte!

Wordpress Updates ignorieren, zu viele Plugins installieren und deinstallieren: WordPress-Fehler, die sich vermeiden lassen - ein Erfahrungsbericht
Fehler

Ein WordPress Blog zu haben ist weitaus mehr als Beiträge zu schreiben oder hübsche Bilder hoch zu laden. Dieses komplexe System benötigt viel Aufmerksamkeit! Oftmals ist es aber leider so, dass man den Dingen einfach seinen Lauf und dem lieben Gott einen guten Mann sein lässt.

Warum ich mich heute diesem Thema widme? Ganz einfach! Ich habe mit meinem Blog viele Fehler gemacht und möchte, dass andere Blogger nicht die gleichen Fehler machen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Wiederherstellung nicht nur Zeit und Kraft, sondern letztendlich auch Geld kostet, weil man sich nicht von vornherein an jemanden gewandt hat, der sein Handwerk versteht.

In den letzten Wochen ist es hier im Blog sehr ruhig geworden. Auf der einen Seite lag es daran, dass mir das damalige Design nicht mehr gefiel. Für meine Begriffe war es einfach zu hektisch und zu bunt im Blog. Da ich eher ein ruhiger Typ Mensch bin und es gerne dezent mag, konnte ich mich zum Schluss noch nicht mal mehr mit meinem Blog auseinander setzen.  Letztendlich fehlte sogar die Lust am Schreiben. Aber nicht, weil mir nicht eingefallen wäre, über welche Themen ich schreiben wollte. Ich hatte mich am Design regelrecht satt gesehen und mochte den eigenen Blog nicht mehr. Aufgeben kam nicht in Frage! Niemals! Dafür steckt in jedem einzelnem Beitrag zuviel Herzblut drin!

Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt setzte mich eine Lungenentzündung schachmatt. Nun musste ich Ruhe einkehren lassen, ob ich wollte oder nicht! Während dieser Phase keimte die Idee für eine Renovierung in mir auf. Nachdem es mir besser ging, machte ich mich auf die Suche nach einem geeignetem Design. Bei meinen Wünschen und Vorstellungen war es nicht leicht, das passende zu finden.

Bei der Gelegenheit habe ich das WordPress Theme Neubau von Elmastudio zu verschenken. Ich habe es am 05. 12.2016 gekauft, es ist aber nie zum Einsatz gekommen, weil ich mich für ein anderes Design entschieden habe. Wer das Theme haben möchte, darf sich gerne bei mir melden. Das Einverständnis zum Weiterverschenken habe ich von Ellen Bauer von Elmastudio vor mir liegen.

Letztendlich hatte ich mein Wunsch Design gefunden und einen *aus-dem-Bauch-heraus-Relaunch* hingelegt. Keine Planung, kein Netz, kein doppelter Boden.

Das alte WordPress Design gegen das neue auszutauschen war leichter gesagt als getan. Das neue Theme zickte rum und gab eine Fehlermeldung nach der nächsten raus.  Schließlich wendete ich mich an Wolfram Lührig von der Internetagentur Wolfspress und bat ihn um Hilfe, weil mein Wissen einfach nicht ausreichte.

Endlich war das neue Design installiert und ich konnte mit meiner Arbeit beginnen. Tagelang wurden alle Beiträge bearbeitet, einheitliche Headerbilder erstellt und pünktlich vor Jahreswechsel war alles fertig! Stolz wie Bolle präsentierte ich meinen neuen Auftritt.

Als nächstes wurde die  SSL-Verschlüsselung beantragt. Wenn schon, denn schon. Anstelle meinen Webdesigner zu beauftragen, habe ich die Umstellung in Eigenregie übernommen.  Von nun an nahm  eine Verkettung unglücklicher Zustände ihren Lauf..

Um es relativ kurz zu halten:

Mein Blog hatte zwar kurze Zeit später den grünen Schlüssel in der Browserzeile, dafür wurde eine komplett weiße Seite angezeigt. Zum Schluss stellte sich heraus, dass sich in der Datenbank viele kaputte Dateien befanden. Zusätzlich hat sich das neue WordPress Theme nicht mit der PHP Version 7.1 vom Webhoster vertragen.  Mit meiner Do it yourself Aktion habe ich viele Fehler verursacht und so kam eins zum anderen..

Finger weg von Dingen, von denen man nichts versteht!

Aus Unwissenheit heraus habe ich viele Fehler verursacht!  Ein wenig Wissen hier, ein wenig Wissen da, das rächt sich!

Relaunch in Eigenregie durchführen

Ich habe bereits mit extrawerbung.de einen Relaunch in Eigenregie durchgeführt und hier einen Erfahrungsbericht veröffentlicht. Was einmal gut geht, klappt auch ein zweites Mal? Keineswegs! Ich hatte damals einfach nur Glück gehabt, weil sich bei Extrawerbung kaum Dateien befanden!

Dieser Relaunch hier hat mich viel Kraft, Schweiß und Tränen gekostet! Während dieser Phase habe ich gelernt, dass es nur von Vorteil ist, Arbeiten abzugeben, auch wenn es kostenpflichtig wird! Ein professioneller Webdesigner versteht sein Handwerk, man ist in guten Händen und kann sich entspannt zurück lehnen.

Datensicherung „vergessen“

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass Backups bislang sehr stiefmütterlich behandelt wurden.  Es reicht nicht, hin und wieder mal daran zu denken – ein Backup MUSS regelmäßig gemacht werden! Vielleicht nicht jeden Tag, aber mindestens einmal in der Woche. Nur so ist gewährleistet das alle Daten gesichert sind! Die Datensicherung ist das A und O!

WordPress Updates ignorieren

Ein WordPress Update steht an? Kann man ignorieren, wird schon nix passieren. So kann man denken, dies ist aber ein gewaltiger Fehler. ERST Datensicherung, dann updaten! Wer keine Ahnung von dem System hat, sollte es definitiv NICHT selber machen.

Gedankenlos WordPress Plugins installieren

In der Vergangenheit habe ich unzählige Plugins installiert, ausprobiert und bei Nichtgefallen wieder gelöscht. Was soll auch schon groß passieren, immerhin wurden die  Plugins gelöscht. Ein gravierender Denkfehler!

In der Datenbank befinden sich immer noch Spuren und Reste gelöschter Plugins und somit wächst nicht nur die Datenbank enorm an. Der Tag, an dem es zu Fehlermeldungen kommt, rückt immer näher!

Es gibt da draußen viele Anwender, die sogar Plugins installieren, egal, ob diese mit der aktuellen WordPress Version kompatibel sind oder nicht. Man macht sich im Vorfeld keine ernsthaften Gedanken!

Blog zerschossen

In den letzten Wochen sind mir immer wieder verzweifelte Postings in den sozialen Netzwerken UND verschiedenen Facebook Gruppen aufgefallen.

„Hilfe, ich habe mein Blog zerschossen..“ oder „Mein Blog ist nicht mehr erreichbar – wer kann mir helfen?“

Hier merkt man schnell, dass diejenigen vieles in Marke Eigenbau erledigen wollten. Aber: Selbst, wenn man denkt, das man sich bei einem Thema gut aus kennt, ist das noch lange keine Gewährleistung dafür, dass nichts schiefgehen kann.
Von Freunden und Kontakten gibt es Tipps und Hinweise, der eine weiß hier etwas, der andere da. Man liest sich sein Wissen irgendwie zusammen anstatt die Nase in Bücher  zu stecken und das Thema von der Pike auf zu lernen. Geiz ist geil und so wird gerne darauf verzichtet, sofort professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Interview mit Wolfram Lührig

Mein erstes Learning für 2017 war, dass man sich direkt an einen WP Spezialisten wenden sollte, wenn Probleme mit dem Blog auftauchen. Ideal wäre es natürlich: Bevor überhaupt Probleme entstehen könn(t)en.
Ich habe Wolfram Lührig um ein Interview gebeten. Wir kennen uns bereits seit mehreren Jahren und aufgrund meiner Probleme mit dem Blog ist Wolfram  mittlerweile zu meiner festen Anlaufstelle geworden.

Hallo Wolfram,
Du bist jetzt schon zweimal mein rettender Engel gewesen, was mein Blog angeht. Man könnte quasi sagen, dass ich in letzter Sekunde auf dich zugekommen bin.

Was sind deiner Meinung nach die schwerwiegendsten Fehler, die ein Blogger mit seinem Blog machen kann?

Sicherlich ist das fehlende Backup der kompletten Website der größtmögliche Fehler. Meist ist es aber die Summe vieler kleiner Dinge, die die Website entweder sehr langsam machen oder gar die berüchtigte “white Page” erzeugen. Dann ist meist guter Rat teuer. Was sicherlich niemand erleben möchte ist, das die Website gehackt wurde. Spätestens hier sind Backups und ein Experte die einzige Chance das wieder in Ordnung zu bringen.

Welchen Tipp hast du, damit die regelmäßigen Backups auch wirklich durchgeführt werden und welches Plugin kannst du hier empfehlen?

Da gibt es sehr viele Lösungen am Markt. Ich verwende hauptsächlich BackWPup. Was für mich extrem wichtig ist, das die Sicherung nicht innerhalb der WordPress Installation auf dem gleichen Server liegt. Ist der gesamte Server nicht erreichbar oder die Website wurde gehackt, kann es sein, das man nicht mehr an eine Sicherung heran kommt. Die simpelste Lösung ist sicherlich auf die DropBox oder seinen PC zu Hause zu sichern. Das automatische wieder aufspielen durch einige Plugins ergibt für mich keinen Sinn, denn dafür müsste man ja ins Backend seiner WordPress Installation kommen und das ist vielleicht nicht mehr möglich. Das Wissen, wie man im Zweifel so eine Sicherung einspielt sollte dann schon parat sein.
Warum sollte ein Nutzer von Anfang an in ein kostenpflichtiges Theme investieren?

Meines Erachtens ist das mit eins der größten Probleme beim Start. Hat man alle technischen Hürden, wie Hoster, FTP und Installation überwunden, dann die Frage nach dem Theme. Ich bin der Meinung, das das eigentlich für Einsteiger nicht lösbar ist. Hier sollte man am besten ein Experten fragen. Freie Themes kann man testen, ob sie die Möglichkeiten bieten. Hier aber unbedingt nur Themes aus der WordPress Bibliothek nehmen, die man über das Backend erreicht. Erstmal ein Theme kaufen, was schick aussieht, führt meist nur zu Geldausgaben und Frust. Klar sehen die schick aus, aber meist ist es nicht möglich vorab mal zu sehen, wie sich das Theme verwenden lässt.

Was sollte ein Nutzer unbedingt beachten, wenn er ein Plugin hochladen möchte?

Hier hat man ähnliche Probleme wie bei Themes. Das Angebot an freien und bezahlen Plugins ist oft unüberschaubar. Auch hier gilt, freie Plugins nur über WordPress installieren, da diese bei WordPress.org geprüft werden. Dann ist es wichtig, das sie möglichst auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Dies erkennt man am Datum der letzten Aktualisierung. Ich würde kein Plugin verwenden, wenn es älter als etwa acht Monate ist.

Weitere Auswahlkriterien sind dann die Häufigkeit der Installation und die Anzahl und Höhe der Bewertung. Einem Plugin, was viele verwenden und mit 4 bis 5 Sternen bewerten, läuft sicherlich zuverlässig und lässt sich gut bedienen.

Was mir oft auffällt, besonders bei Sicherheits- und Cache-Plugins, sie werden installiert und aktiviert, aber nicht konfiguriert. Oft, da kaum zu verstehen ist, was zu tun ist und schon recht viel Fachwissen benötigt wird. Leider kann man auch hier einiges falsch machen.
Ich hatte gerade einen Artikel veröffentlicht, der meine sieben meist genutzten Plugins in 2016  beschreibt.

Welchen Tipp hast du diejenigen, die dennoch einige Einstellungen im Hintergrund vornehmen möchten?

Niemals Änderungen am Theme oder an Plugins vornehmen. Diese sind bei der nächsten Aktualisierung wieder weg. Und deshalb nicht zu aktualisieren ist zu gefährlich, da ja oft auch Sicherheitslücken geschlossen werden. Beim Theme entweder den Weg über die Übersetzung gehen (Link) oder ein Child Theme erzeugen. Bei freien Themes und Plugins gibt es ein Übersetzungsteam bei WordPress.org, dass man ansprechen kann.

Was möchtest du meinen Leser zum Schluss noch mit auf dem Weg geben? Hast Du besondere Tipps für sie?

Seit vorsichtig, wem Ihr Eure Passwörter gebt. Meist, wie auch im WordPress, ist es besser einen extra Benutzer anzulegen, dem man dann für die Zeit der Unterstützung Administrationsrechte geben kann. Ich selbst habe nun nach fünf Jahren nebenberuflicher und einem Jahr hauptberuflicher Arbeit mit WordPress das Gefühl, schon recht viel zu wissen und doch lerne ich jeden Tag was neues dazu. Was für mich gerade das Schöne ist.

 

 

An dieser Stelle bedanke ich mich recht herzlich bei Wolfram Lührig für das Interview und vor allem für die schnelle und kompetente Hilfe.

 

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3 Kommentare

Ralph · 7. März 2017 um 08:08

Hallo Tina,

beim Lesen Deines Artikels musste ich schmunzeln aufgrund eigener Erfahrungen, auch wenn diese manchmal zum „Haare raufen“ waren. Interessant finde ich die Kombination Artikel (mit Deinen Erfahrungen) und Interview (Tipps von einem Fachexperten).

Da ich aktuell meine Website und mein Blog ebenfalls einer Verjüngungskur unterzieh, bin ich an einem reibungslosen Ablauf interessiert. Was lief schief bei der Umstellung auf SSL-Verschlüsselung? Half Dir Dein Hoster nicht?

Beste Grüße
Ralph

    Tina Gallinaro · 7. März 2017 um 10:49

    Hallo Ralph, der Fehler lag nicht am Webhoster, diesen Fehler habe ich selber verursacht.
    Irgendwann habe ich irgendwo vergessen der Datenbank Bescheid zu geben, dass eine Änderung eintrifft.
    Ich habe eben kaum Erfahrung, was „hintenrum“ gemacht werden muss damit es „vorne auch wirklich funktioniert.
    Im dem Falle habe ich durch mein gefährliches Halbwissen eine wahre Kettenreaktion ausgelöst.
    LG Tina

Wie setze ich die Anforderungen der DSGVO für meine Website um? · 19. Mai 2018 um 19:12

[…] Bei vielen Bloggern, die ihren Blog bei wordpress.com oder Google liegen haben, beobachte ich derzeit eine wahre Massenhysterie. Im Schnellschußverfahren wird ein Hoster angemietet. Wie man allerdings die Inhalte vom Blog zu WordPress umziehen kann, darüber macht man sich hinterher ein paar Gedanken. So werden die Probleme statt kleiner nur noch größer! Lasst Euch von einem Webdesigner dabei professionell unterstützen. Ein Umzug von Blogger oder wordpress.com zu WordPress.org sollte nicht fehlerbehaftet sein. Zudem stehen ständig Updates und Wartungen an. Führt man diese in Eigenregie durch, kann es nur ein Schuß in den Ofen werden. Ich spreche da aus bitterer Erfahrung. Lese hierzu meinen Beitrag: Fehler, die man mit seinem WordPress Blog vermeiden sollte. […]

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