Warum viele Kontakte den Frühjahrsputz nicht „überleben“

Wenn Kontakte ohne Vorankündigung wieder "entfreundet" werden oder eine Anfrage erst gar nicht angenommen wird - dann liegt der Frühjahrsputz in der Luft.

Wenn man in den verschiedenen Social Media Kanälen unterwegs ist, knüpft man infolgedessen viele zarte Bande zum gehaltvollen Netzwerken. Allerdings merkt man erst mit der Zeit, wie wertvoll so eine Verbindung ist – oder auch nicht. Zeit für einen Frühjahrsputz und hier wird gnadenlos ausgemistet. Es macht NICHT die Masse sondern eher die Klasse. Qualität vor Quantität .

Der heutige Beitrag beschäftigt sich mit den Gründen, warum viele User lieber auf eine neue „Freundschaft“ verzichten und warum manch Kontakt ohne Vorwarnung aus der Freundesliste entfernt wurde.

Kein echter Profilname

Viele Unternehmen geben sich mit ihrem Privatprofil als Autohaus xxxx, Autowerkstatt xxx , Gebäude xxx, usw. aus. Sie präsentieren zwar ihre Firma, aber Kontakte möchten mit echten Menschen befreundet sein, ergo hat ein echter Mensch einen reellen Vor und Nachnamen. In vielen Facebook Gruppen kommt man ohne ein Klarnamenprofil erst gar nicht rein und verspielt von vorn hinein die Chance auf gesundes Netzwerken.

Viele dieser Profile denken maximal von zwölf bis Mittag. Nicht nur das sie Gefahr laufen, gemeldet zu werden, sie können somit auch ihre Unternehmensseite verlieren. Wird ein Profil von Facebook gesperrt, ist die Chance, die Fanseite weiterhin betreuen zu können, gleich Null. Die Arbeit von Monaten, wenn nicht sogar Jahren wäre dann umsonst gewesen.

Kein echtes Profilfoto

Wer nicht als echter Mensch erkennbar ist, hat ebenfalls ganz schlechte Karten anerkannt zu werden, geschweige denn die Chance ideal netzwerken zu können. Kaum jemand möchte mit einem Tier, einer Blume oder einem Auto befreundet sein. Im realen Leben steht man sich auch von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Auch dies ist oftmals ein Grund, warum viele Gruppen Admins die Aufnahme verweigern.

Fake_Profilfoto

Kontaktaufnahme ohne vorherige Nachricht

Wer mit jemanden auf Facebook befreundet sein möchte, muss sich ein wenig Mühe geben denn: Nur weil man 75 gemeinsame Freunde hat, ist dies definitiv kein Grund, eine Anfrage zu bestätigen. Auch wenn man sich bereits von den anderen sozialen Netzwerken her „kennen“ sollte, vorab ein paar nette Zeilen schicken kommt immer gut an.

Wenn ich mit jemanden befreundet sein möchte, schicke ich oft die Nachricht: „Hallo (Name). Ich beobachte Dich schon eine Zeitlang und ich möchte gerne mehr von Dir erfahren. Hast Du Lust auf einen Facebook Kontakt mehr?“

Die Kontaktanfrage schicke ich erst auf Reisen, wenn ich auch eine Antwort bekomme. Ergo, ich stelle keine Kontaktanfragen ins Blaue hinein.

Kontaktanfragestellen

Zuerst abonnieren – dann kontaktieren?

Oftmals ist die Option, jemanden erst zu abonnieren, die von vornherein bessere Variante. Wenn jemand diese Option in seinem Privatprofil eingerichtet hat, räumt er damit den nicht befreundeten Kontakten die Möglichkeit ein, sich vorab beschnuppern zu können.

Facebook_Kontakt_abonnieren

So kann man ebenso auf Statusmeldungen und Postings ebenso reagieren, (sofern die Privatsphäre Einstellungen nicht nur für Freunde gedacht ist) und wer sich öfter mal daran beteiligt, ist für den Kontakt kein Unbekannter mehr.

Gründe für eine Kontaktlöschung

Kaum jemand beendet eine Freundschaft bei Facebook, weil schlechtes Wetter angemeldet wurde, irgendwann wurde die Geduld einfach überstrapaziert. Es stecken viele Gründe dahinter und die Löschung erfolgt meist kurz und schmerzlos. Warum sollte man auch großartig erklären, das man nun endgültig von jemandem die Nase gestrichen voll hat? Immerhin ist man nicht miteinander verheiratet! Die nachfolgenden Beispiele sind oftmals meine Gründe, warum ein Kontakt ins Nirwana geschickt wird.

Das Privatprofil wird zum Werbekanal

Da Facebook die Sichtbarkeit sehr stark eingeschränkt hat und man nur noch bessere Reichweite bekommt, indem man die Beiträge der Fanseite unter anderem durch hervorgehobene Postings finanziert, nutzen viele User die Gunst der Stunde, die Beiträge ständig mit dem privaten Profil zu teilen. Dieses hat den Effekt, das man irgendwann vor der Frage steht, ob man mit demjenigen überhaupt noch befreundet sein möchte, denn als Fan sieht man genau das, was auch das Privatprofil postet.

Merke: Treue Fans erhalten Benachrichtigungen, sobald die Fanseite was postet – man muss also nicht mit der Holzhammer Methode darauf aufmerksam machen!

Benachrichtigung_einer_Fanseite_erhalten

Reagieren die Fans nicht, ist das Posting momentan vielleicht nicht gerade ein Burner! Erst recht nicht, wenn der Fanseitenbesitzer partout eine Reaktion herbei zwingen will.

Immer die gleiche Leier

Egal, in welchem sozialen Netzwerk man diesen Kontakt auch trifft, auf allen Kanälen erscheint exakt das gleiche Posting. Die Beiträge von der Fanseite werden mit dem privaten Profil geteilt und da man zusammen in vielen Gruppen vertreten ist, sieht man dieses Posting nun zum achten Male innerhalb kürzester Zeit. Mal eine andere Satzstellung oder das Posting etwas umformulieren – leider Fehlanzeige. Hauptsache, man knallt den Beitrag lieblos raus, irgendjemanden wird es schon auffallen :-(

Werbung per Direktnachricht

Manche Kontakte denken irrtümlicherweise, man hätte im Stream gar nicht mitbekommen, das in China gerade wieder ein Sack Reis umgefallen ist. Also wird man in der Privatnachricht explizit darauf hingewiesen.

NoGo

Privatnachrichten wie:“Hier darfst du gerne mal was verteilen“ oder “Los, teil doch mal meine Beiträge” sind keine ( Dauer) Verpflichtung und wird immer noch freiwillig ohne Anschubsen der befreundeten Kontakte übernommen! Der ständige Wink mit dem berühmt berüchtigtem Zaunpfahl ist der Untergang jeder Freundschaft.

Dauer-Einladungen zu Fanseiten

Viele „Netzwerker“ bombardieren ihre Kontakte regelrecht mit Einladungen zu anderen Fanseiten hin. Natürlich ungeachtet dessen, ob man sich ernsthaft dafür interessieren könnte. Täglich 20 Einladungen, um Fan von irgendwelchen Fanseiten zu werden, das hält selbst die stärkste Kuhhaut nicht mehr aus und grenzt schon übelst an Belästigung. Wenn dies eine Freundschaft sein soll, dann verzichtet man gerne auf diesen Kontakt.

Dauer-Einladungen zu Veranstaltungen

Unkontrollierte Einladungen zu Veranstaltungen gleich welcher Art sind ebenfalls ein Thema, was bei vielen ( und auch bei mir ) sauer aufstößt. Der Veranstalter macht sich im Vorfeld keinerlei Gedanken, ob Mitglieder nicht per Flugzeug anreisen müssten, um daran teilnehmen zu können. Ebenfalls würde eine stundenlange Autofahrt zu einer zehn minütigen “Sack-Reis-Umfall-Bewunderung” keinen Sinn machen. Bei Einladungen zu Webinaren und Seminaren bitte taktvoll vorgehen, indem man auf die Veranstaltung zwar aufmerksam macht, die Kontakte jedoch nicht ziellos dazu einlädt. Diejenigen, die dabei sein möchten, werden sich garantiert schon melden!

Mitgefühl und Verständnis – kann man das essen?

Jeder von uns hat ein privates Leben und dort läuft nicht immer alles rund. Als Gott das Mitgefühl verteilte, haben scheinbar manche an dem Tag blau gemacht. Einfühlsam wie ein Flugzeugträger wird hartnäckig an der Werbung festgehalten.

Privatnachricht

Wenn ein Kontakt privaten Kummer hat, ist es NICHT besonders hilfreich, in dem Moment auf unternehmerische Dienstleistungen hinzuweisen. Werbung kann man das ganze Jahr über machen!

Markierungen auf Fotos oder in Beiträgen

Viele Unternehmer wenden diese Art wahnsinnig gerne an; sie markieren in ihren Posting ihre befreundeten Kontakte in einem Bild oder in einer Statusmeldung. Schaut man sich dieses Bild oder Posting einmal an, stellt man fest, das diese Markierung nur dazu dient, damit der Unternehmer mehr Traffic für seine Fanseite bekommt. Wendet der Unternehmer dieses mehrmals an, ist es recht bald mit der guten Laune und der Freundschaft vorbei.

Beim Nasepopeln den Finger verstaucht

Absolut alles, was man im realen Leben erlebt, wird veröffentlicht. Irgendwann fragt man sich, ob es für denjenigen überhaupt noch ein Leben außerhalb den sozialen Netzwerken gibt.

Kontakte schamlos beklauen

Wenn man mit jemanden befreundet ist, der idealerweise auch noch bloggt, wird schnell „vergessen“, woher man die Texte oder gleich ganze Blogbeiträge geklaut hat. Dumm ist es nur, wenn es dem Urheber auffällt, weil dieser in einer schönen Regelmäßigkeit bei Google nach Duplikaten sucht. Trau schau wem ;-) Das aufgebaute Vertrauen ist von einer Sekunde zur anderen weg und ich finde solch Verhalten einfach nur respektlos!

Textklau

Hasta la vista Baby! Da bin ich nachtragend wie ein Elefant, der vergisst auch nie etwas!

Kommentar-Trolle

Für jeden Topf den passenden Deckel? Ob angemessen oder nicht, ständig bekommt man einen Kommentar, in dem der Kommentar-Troll seine Weisheit scheinbar mit großen Löffeln in sich reingeschaufelt hat. Wo war nochmal der Bus mit den ganzen Leuten, die das unbedingt wissen wollen?

Ein Frühjahrsputz reinigt die Seele und ist zudem sehr befreiend!

Diese Verhaltensmuster sind oft ein sehr guter Grund, warum man dem anderen kommentarlos und total genervt aus seiner Kontaktliste entfernt. Immerhin stehen Achtung und Respekt im virtuellen Miteinander immer noch an oberster Stelle und sind die wahren Bausteine für ein harmonisches Miteinander.

Ich möchte jedenfalls mit meinen Kontakten Spaß haben, mit ihnen lachen und auch weinen, wenn es sein muss. Netzwerken bedeutet nicht, mit Dauerwerbefeuer auf sich aufmerksam zu machen, sondern auch weg von der Eigenwerbung und die menschliche Seite zeigen!

Habt Ihr auch schon mal von einem Kontakt endgültig die Nase voll gehabt und ihn wieder entfreundet?

Was waren Eure Gründe?

Empfehlenswerte Beiträge zu diesem Thema findet man auch bei:

t3n: Kontaktpflege? Bitte nicht so! 5 Fehler, die dein Netzwerk strapazieren

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5 Kommentare

Anna Franzen · 11. März 2015 um 15:36

Hallo liebe Tina,

Aus denen oder ähnlichen Gründen halte ich mein Facebook Profil bisland wirklich noch privat und unterhalte dort kaum Geschäftskontakte. Allerdings werde ich wohl bald ein zweites Konto einrichten um auch geschäftlich auf Facebook zu netzwerken und mein Privatleben privat zu halten :)

    Tina Gallinaro · 11. März 2015 um 17:10

    Hallo Anna, bei dem geschäftlichen Account wirst Du garantiert dann auch manche Knaller erleben, denn leider kann man bei manchen Kontakten nicht ahnen, wie diese sich entwickeln. Aber malen wir mal nicht den Teufel an die Wand ;-)
    LG Tina

Helmut Müller · 20. März 2015 um 06:56

Herrlich geschrieben :-) Vielen Dank.

    Tina Gallinaro · 22. März 2015 um 17:49

    Hallo Herr Müller, freut mich sehr, das Ihnen der Beitrag gefällt ;-)

Neuen Social-Media-Account einrichten – Tipps | Social Media im Tourismus · 17. März 2015 um 07:39

[…] Lesetipp: Tina Gallinaro hat sich in dem Beitrag Warum viele Kontakte den Frühjahrsputz nicht „überleben“ letzte Woche verstärkt privaten Profilen gewidmet sowie dem Aspekt, wie du bestehende Kontakte […]

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