Vermeide diese 5 Fehler beim Texten und dein Blogartikel rockt!

Schreibtrainerin Dr. Gabriele Frings verrät wertvolle Tipps und Tricks, worauf man beim Texten seiner Blogartikel achten sollte.
Die Teile der Online-Marketing

Wenn Du Inbound-Marketing betreibst, wirst du Online-Inhalte verwenden, um deine potentiellen Kunden dazu zu bringen, deine Webseite zu besuchen. Dazu stellst du nützliche und wertvolle Inhalte bereit. Am effektivsten geht das mit einem Blog, der es dir ermöglicht, deine Webseite mit Begriffen auszustatten, nach denen deine Zielkunden suchen. Denk immer daran: dein Blogartikel ist DAS Aushängeschild deiner Webseite! Hier solltest du nirgendwo schludern, schon gar nicht an der Sprache. Schreibe erstklassige Texte! Nur mit einem professionellen, souveränen Sprachstil schaffst du wirklich glänzende Blogartikel, die deinen Blog aus der Massenware herausheben. Und du ziehst die Leser in deinen Bann. Leser, die wiederkommen. Das ist übrigens ein Erfahrungswert. :-)
Worauf du beim Texten nun konkret achten musst? Das zeige ich dir hier.

1. Dein Blogartikel – ohne Struktur steigt das Weg-Klick-Risiko

Der Webnutzer ist ein äußerst ungeduldiger Leser, der eine Textseite in 10 Sekunden scannt, wie mehrere Studien ergeben haben. In dieser Zeitspanne will der Leser erfahren: was wird hier geboten? Habe ich einen Nutzen davon? In diesen 10 Sekunden musst du den Besucher auf deiner Webseite davon überzeugen, dass es sich lohnt, den Text Wort für Wort zu lesen. Je sorgfältiger du deinen Text mit Augenankern strukturierst, desto besser findet der Besucher sich zurecht.
Überschrift – Hier solltest du den Leser bei seinen Lebenswünschen und -träumen packen. Dabei muss die Überschrift nicht detailliert den Artikelinhalt beschreiben. Die Hauptüberschrift soll zuallererst Interesse zum Weiterlesen wecken. Und noch ein Tipp: Headlines mit Zahlen besitzen eine größere Anziehungskraft als solche ohne Zahlenangaben.
Zwischenüberschriften – Sie sind absolute Pflicht, da sie wie ein roter Faden den Leser durch das Textlabyrinth leiten. Und sie sind gleichzeitig Appetizer, sollten neugierig machen auf den folgenden Absatz.
Absätze – Pro Absatz ein Gedanke, heißt die Faustregel. So ufern Absätze nicht zu Mini-Romanen aus. Und benutze auch innerhalb des Absatzes kleine Anker in Form von Strukturwörtern wie zunächst, danach, schließlich, insgesamt und für eine Schlussfolgerung somit, also, folglich, deshalb. Diese kleinen Wörter haben eine große Wirkung, denn an ihnen kann der Leser sich orientieren.
Satzzeichen – Nutze auch die besonderen Satzzeichen wie Gedankenstriche und Doppelpunkte. Den Gebrauch aber bitte nicht bis zur Halluzination beim Leser steigern, denn dann verpufft die Ankerwirkung wieder. Klammern solltest du außer bei Abkürzungen nicht verwenden, weil sie den Lesefluss stören.
Aufzählungen – Streue Aufzählungen in den Text ein, mit Ziffern, Bullets oder Häkchen. Aufzählungen bleiben im Kopf des Leser hängen und werden zudem von Google fürs Ranking honoriert.

2. Dein Blogartikel – keine überlangen Sätze

Ein idealer Hauptsatz enthält 15 bis 20 Wörter. Bereits bei 25 und mehr Wörtern wird das Kurzzeitgedächtnis des Lesers überstrapaziert. Erspare dir und deinen Lesern diesen Stress. :-)

Dazu noch zwei Tipps:

1. Die erste Wahl des Texters ist immer der Hauptsatz. Und ganz wichtig: er sollte die Hauptsache enthalten. Nebensätze sind untergeordnet und dazu da, über Bedingungen und Umstände des Hauptgegenstandes zu informieren. Zum Thema Nebensätze und ihr Verhältnis zum Hauptsatz habe ich einen eigenen Beitrag verfasst.

2. Wenn Nebensätze an den Hauptsatz angehängt werden, unterbrechen sie am wenigsten den Lesefluss. Beim Einfügen in den Hauptsatz darauf achten, dass höchstens zwei Nebensätze hintereinander folgen. Sonst missachten wir wieder die Speicherkapazität unseres Kurzzeitgedächtnisses, weil zwischen Subjekt und Verb zu viele Informationen stehen. Im folgenden Beispiel haben wir drei eingeschobene Nebensätze:

Dieser Politiker, der damals zu Zeiten des alten Kanzlers jenen Fehler begangen hatte, obwohl er nachweislich von den Machenschaften, die allein aus Geldgier begangen wurden, wusste, traf nun die folgenschwere Entscheidung.

Der Politiker … … (Schnappatmung!) … aha: traf eine Entscheidung! Besser sind dann hier zwei getrennte Hauptsätze:

Der Politiker beging damals zu Zeiten des alten Kanzlers jenen Fehler, obwohl er nachweislich von den Machenschaften wusste, die allein aus Geldgier begangen wurden. Nun traf er die folgenschwere Entscheidung.

3. Dein Blogartikel – keine Nomen als Ersatz für Verben

Verben bringen Bewegung in Ihren Text. Sie heißen nicht umsonst „Tu-Wörter“, man könnte auch „Handlungswörter“ sagen.

Aufgrund der Unterstützung durch unser Team erhalten Sie eine effektive Problemlösung.

Kennst du solche Sätze? Bestimmt. Hier werden Handlungen in Nomen gequetscht. In diesem holperigen Satz muss der Leser die kraftvollen Verben unterstützen und lösen aus den statischen Nomen Unterstützung und Lösung herausschälen – ärgerlich. Besser gleich so:

Weil unser Team Sie in allen Fragen unterstützt, lassen sich Ihre Probleme effektiv lösen.

Übrigens: Nomen auf „-ung“ sind immer von Verben abgeleitet. Benutze also besser gleich das dynamische Verb.
Jedem Texter passiert es allerdings immer mal wieder, eine Nominalkonstruktion zu bauen. Besonders gerne greifen wir auf abgeleierte Standardmuster zurück wie etwa zur Anwendung kommen, Beitrag leisten, Leistung erbringen, Mitteilung machen, Wirkung entfalten statt die schwungvollen Verben anwenden, beitragen, leisten, mitteilen, wirken zu benutzen. Zieh bei solchen statischen Ausdrücken die Notbremse und formuliere sie um.

4. Dein Blogartikel – keine Allerweltsadjektive

Meide auf jeden Fall vage und allgemeine Ausdrücke, vor allem, wenn du Adjektive benutzt. Nach jedem Satz solltest du kurz innehalten und dich fragen, ob es genauer geht. Das ist in jedem Fall der Mühe wert, denn nur mit konkreten Formulierungen sprichst du die Sinne des Lesers an. Schreibe also statt:

Wir arbeiten in netter Atmosphäre.

Besser:

Wir arbeiten in einer Atmosphäre, die Kaffeeduft und erfrischende Ideen verströmt.

Oder ein anderes Beispiel:

Er hatte eine große Leistung vollbracht.

Ja, hm, ok.

Er hatte eine bewundernswerte Leistung vollbracht.

Merkst du den Unterschied? Der erste Satz ist eine neutrale Information. Sie lässt uns kalt. Der zweite Satz berührt uns, wir stimmen der Aussage innerlich zu. Weil das Adjektiv viel mehr auf die Person als auf die Leistung bezogen ist, die Person rückt so in den Mittelpunkt, sie wird als bewundernswert charakterisiert.

Schon ein einziges Adjektiv kann also unsere Sichtweise in eine neue Richtung lenken. Weitere emotionale Adjektive, die den Leser beeinflussen, sind zum Beispiel: atemberaubend, attraktiv, beeindruckend, elegant, erfrischend, fein, frei, glänzend, herrlich, kraftvoll, lecker, leidenschaftlich, packend, sensibel, sinnlich, sympathisch, verlockend, wunderbar, zuverlässig.

5. Dein Blogartikel – keine abgeleierten Sprachbilder

Wie kannst du nun deinem Text echten Hochglanz verleihen, so dass die Augen des Lesers festgetackert am Bildschirm hängen? Ganz einfach: mit Sprachbildern. Die sind die Crème de la Crème für jeden Blogartikel. In einer dreiteiligen Beitragsserie habe ich mich mit den drei Stilfiguren Vergleich, Metapher und Personifikation ausführlich befasst und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für eigene, frische Sprachbilder gegeben. Denn merke: nichts vergrault den Leser mehr als abgegriffene Metaphern und Redensarten! Oder horchst du bei solchen Sätzen auf?

Doch dieses Problem war nur die Spitze des Eisbergs.
Diese Maßnahme ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Eben. Wahrscheinlich ist das Gegenteil der Fall, der Gähnreflex lässt deine Muskeln zucken, nicht nur im Gesicht, auch am Klickfinger. Was den Online-Leser aber garantiert die Weg-Klick-Taste vergessen lässt, sind neue, noch nicht durchgereichte Sprachbilder wie diese hier:

Er beantwortet E-Mails so schnell wie eine Kobra zubeißt.
Die wachsende Industrie frisst allmählich die sie umgebende Landschaft auf.
Stellen Sie sich vor, der Ton des Vorgesetzten Ihnen gegenüber ist eine Drahtbürste, die in Ihrem Gehörgang herumkratzt.

Fazit:

Mit einem kraftvollen, lebendigen Schreibstil hebst du dich glänzend von fader Blogartikel-Massenware ab. Achte deshalb auf:

  • eine hilfreiche Textstruktur
  • gehirnfreundliche Satzlängen (15-20 Wörter)
  • die Verwendung von Verben statt Nomen
  • konkrete und emotionale Adjektive
  • neue, erfrischende Sprachbilder

 Zur Verinnerlichung eine anschauliche Infografik

Autorin:

Mein Name ist Dr. Gabriele Frings. Ich bin Schreibtrainerin, Autorin und Publizistin.

In meinem Blog findest du Tipps für einen professionellen Schreibstil, der dich in deinem Online-Business voranbringt.

http://www.schreibenundleben.com/blog

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1 Kommentar

Tanja L. · 8. Mai 2017 um 10:19

Sehr schöne Tipps, ich muss mal meine Artikel durchforsten und versuchen, sie umzuschreiben. Vor allem die Bandwurmsätze. Die kann ich nämlich besonders gut…

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